Vermietung & Recht
Temporada-Vermietung ist erlaubt — aber nur, wenn sie standhält.
Nicht das Wort „temporada“ schützt Sie — sondern der echte, dokumentierte Grund dahinter.
Vermietung & Recht · Juni 2026
Die Saison- oder Zeitvermietung (temporada) ist der legale Weg, Ihre Immobilie für einige Monate zu vermieten — an Wintergäste, für einen Arbeitsaufenthalt oder ein Studium — ohne an den Fünfjahresschutz einer Hauptwohnung gebunden zu sein. Doch es gibt einen Irrtum, der Eigentümer teuer zu stehen kommen kann: dass es genüge, einen Vertrag „temporada“ zu nennen, damit er darunterfällt. So funktioniert es nicht. Ein Gericht schaut nicht auf das Etikett, sondern auf die Wirklichkeit.
Was ein Gericht wirklich prüft
Die Einordnung eines Mietvertrags hängt nicht vom Namen ab, sondern vom tatsächlichen Zweck des Aufenthalts. Macht der Mieter die Immobilie zu seinem centro de vida — seinem tatsächlichen Zuhause —, ist es eine vivienda habitual, auch wenn „temporada“ darübersteht. Und die Folgen sind erheblich: Ein Gericht kann den Vertrag rückwirkend als Hauptwohnung einstufen, mit dem vollen Schutz von fünf (oder sieben) Jahren — als hätten Sie ihn von Anfang an so vereinbart.
Erlaubt
Ein echt befristeter Aufenthalt mit nachweisbarem Grund: Überwintern, ein befristeter Arbeitsaufenthalt, ein Studium. Der Mieter behält seinen festen Wohnsitz anderswo. Dann ist ein Vertrag über einige Monate völlig in Ordnung.
Nicht erlaubt
Eine gewöhnliche Hauptwohnung als „temporada“ zu tarnen, um das Mietrecht zu umgehen. Ohne echten, nachweisbaren Grund kann sie dennoch als vivienda habitual gelten — rückwirkend, samt Bußgeldrisiko.
Was sich jetzt ändert
Das Thema steht stark im Fokus. Katalonien hat mit dem Gesetz 11/2025 (seit 1. Januar 2026) die Saisonvermietung streng reguliert: Der Vertrag muss den befristeten Grund ausdrücklich nennen, und der Nachweis dafür wird zusammen mit der Kaution hinterlegt. Fehlt er, wird eine Hauptwohnung vermutet. Katalonien gilt als Vorbote eines nationalen Gesetzes, das im Kongress liegt — derzeit politisch blockiert.
Wichtig für die Costa Blanca und das Mar Menor: In der Comunidad Valenciana und der Región de Murcia gilt diese katalanische Strenge (noch) nicht — hier fällt temporada schlicht unter die nationale LAU, mit mehr Freiheit. Doch die Rechtsprechung zu Scheinkonstruktionen gilt auch hier, und das nationale Gesetz steht im Raum. Wer jetzt schon sauber arbeitet, erlebt später keine Überraschungen.
Es steht viel auf dem Spiel. Eine als „temporada“ getarnte Hauptwohnung kann rückwirkend zu einem Fünfjahresvertrag werden — und das Vortäuschen des Grundes oder das Nichthinterlegen der Kaution kann Bußgelder von bis zu 90.000 € nach sich ziehen.
Warum „temporada“ draufzuschreiben nicht genügt
Die Freiheit von Titel III der LAU (libertad de pacto) ist Vorteil und Falle zugleich. Gerade weil Sie so viel vereinbaren dürfen, verlangt ein temporada-Vertrag eine sorgfältige, rechtssichere Gestaltung — mit einem Grund, der echt ist, im Vertrag steht und den Sie notfalls belegen können. Die Beweislast liegt nämlich bei Ihnen, dem Vermieter. Eine Vorlage aus dem Internet oder schlicht „11 Monate draufschreiben“ bewirkt das Gegenteil: Es macht Sie angreifbar.
Das Risiko ist nicht die befristete Vermietung selbst. Das Risiko ist ein befristeter Vertrag, der im Streitfall nicht standhält.
Was Pulse Property für Sie tut
Wir sorgen dafür, dass Ihre befristete Vermietung auch befristet bleibt — rechtlich belastbar, mit dem richtigen Vertragstyp für Ihre Situation, einem korrekt festgehaltenen und belegten Grund, einer ordnungsgemäß geregelten Kaution und einem vorab geprüften Mieter. Lokal, legal und mit geordneter Verwaltung. So behalten Sie die Freiheit der temporada — ohne das Risiko, dass ein Gericht etwas anderes daraus macht.
Welcher Vertragstyp passt zu Ihrer Situation?
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Dieser Artikel ist informativ und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze ändern sich und regionale Regeln können abweichen; lassen Sie Ihren konkreten Vertrag stets von einem qualifizierten spanischen Anwalt prüfen. Stand: Juni 2026.