Die doppelte Provision: was legal ist — und was nicht

Eigentümer und Mieter zugleich zahlen lassen: an der Küste üblich, doch das Gesetz zieht eine klare Linie. Das System erklärt, ohne auf jemanden zu zeigen.

Vermietung & Recht

Die doppelte Provision: was legal ist — und was nicht.

Es geht nicht um Misstrauen gegen alle, sondern darum, das System zu verstehen: Wer zahlt, warum — und für wen arbeitet Ihr Vermittler dann eigentlich?

Vermietung & Recht · 13. Juli 2026

An der Costa Blanca ist es völlig normal: Die Agentur berechnet dem Eigentümer eine Provision und dem Mieter zusätzlich „honorarios“, „gastos de gestión“ oder „tramitación“. Ist das erlaubt? Die kurze Antwort: Es hängt vom Vertragstyp ab — und genau in dieser Unterscheidung steckt ein Modell, das aus unserer Sicht an der Küste schief gewachsen ist. Dieser Artikel zeigt auf niemanden: Er erklärt das System, das Gesetz und die Signale, die Sie schützen — ob Eigentümer oder Mieter.

Die Regel seit dem Wohnungsgesetz: bei Wohnraummiete zahlt der Vermieter

Seit dem 26. Mai 2023 ist Artikel 20.1 des LAU eindeutig: Bei der Vermietung als Hauptwohnsitz trägt der Vermieter die Vermittlungs- und Vertragskosten — Privatperson wie Unternehmen (für Unternehmen galt es bereits seit 2019). Diese Kosten dennoch dem Mieter aufzuerlegen ist illegal, unter jedem Etikett: Die spanische Verbraucherbehörde wertet auch verdeckte Varianten als unlautere Praxis — „Bonitätsprüfung“, „Aktengebühr“ oder verpflichtende „Servicepakete“.

Und es wird tatsächlich geahndet. Im April 2026 bestätigte die Verbraucherbehörde ein Bußgeld von 3,6 Millionen Euro gegen einen großen landesweiten Mietvermittler, unter anderem wegen verpflichtender Mietergebühren, die verdeckte Provisionen waren. Solche Klauseln sind nichtig, Gezahltes ist rückforderbar.

Warum Sie an der Küste trotzdem überall doppelte Gebühren sehen

Weil das Verbot in Titel II des LAU steht — dem Teil über die reguläre Wohnraummiete. Temporada-Vermietung ist „uso distinto de vivienda“ (Art. 3.2) und richtet sich nach dem, was die Parteien vereinbaren: Dort sind Mietergebühren weiterhin legal. An einer Küste, deren halbes Angebot aus Überwinterung und mittleren Aufenthalten besteht, ist dieser Raum real und legitim. Schief wird es erst, wenn ein Vertrag nur deshalb „Temporada“ heißt, um an beiden Seiten kassieren zu können — oder um den Mieterschutz zu umgehen.

Richter schauen nicht auf das Etikett, sondern auf die Realität: aneinandergereihte Kurzverträge, kein benannter befristeter Grund, ein Mieter, der gemeldet ist und dort tatsächlich wohnt — das wird zur Wohnraummiete umqualifiziert, und die dem Mieter berechneten Gebühren erweisen sich als rechtsgrundlos und rückforderbar. Das Gericht von Albacete hat das 2025 erneut bestätigt.

Legal

Echte Temporada (realer, benannter befristeter Grund: Überwinterung, Arbeit, Studium): Mietergebühren zulässig, sofern vorab transparent und schriftlich vereinbart. Gesetzliche Kaution: zwei Monatsmieten.

Illegal

Reguläre Wohnraummiete: jede Belastung des Mieters für Vermittlung, Vertrag, „Akte“ oder verpflichtende „Services“ — unter welchem Namen auch immer. Nichtig, bußgeldbewehrt und rückforderbar seit dem 26.05.2023.

Die unbequeme Frage: Für wen arbeitet Ihr Vermittler?

An beiden Seiten zu verdienen ist bei Temporada nicht gesetzlich verboten — aber es schafft einen offenkundigen Interessenkonflikt: Wer von beiden Seiten kassiert, verdient am schnellen Abschluss, nicht unbedingt am guten. Die Rechtsprechung zieht seit Jahren Grenzen: Provision schuldet nur, wer den Auftrag tatsächlich erteilt hat, und intransparente Klauseln werden gekippt. Für den Eigentümer ist das praktische Risiko subtil: weniger strenge Mieterauswahl, eine nachlässig behandelte Kaution, ein Vorlagenvertrag — denn der Anreiz ist der Abschluss, nicht der Schutz.

Die Frage ist nicht, ob Ihr Vermittler Provision berechnet. Sondern für wen er arbeitet, wenn es schwierig wird.

Woran Sie an der Costa Blanca einen seriösen Vermittler erkennen

Wie wir es bei Pulse Property halten

Unser Modell ist bewusst einfach: Wer uns beauftragt, bezahlt uns — der Eigentümer, zu Konditionen, die vor Beginn schriftlich feststehen. Wir arbeiten mit dem passenden Vertrag für jede Situation (Langzeit oder Temporada mit echtem, dokumentiertem Grund), einer Kaution, die hinterlegt wird, wo es sich gehört, und Mietern, die vor der Unterschrift geprüft sind. Nicht weil alles andere per se illegal wäre — sondern weil ein Vermittler nach unserer Überzeugung nur eine Seite wirklich schützen kann. Wir wählen Ihre.

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Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Vorschriften ändern sich und jeder Fall liegt anders; lassen Sie Ihre konkrete Situation von einem qualifizierten Anwalt prüfen. Stand: 13. Juli 2026.